Museum der Erinnerung

„Für das Kind“

Dauerausstellung ab 11. Dezember 2014
Museum zur Erinnerung an die Kindertransporte nach Großbritannien 1938/39

Kuratorin Milli Segal
Website: www.millisegal.at


tafel-web-300x300„Für das Kind“ ist all denen gewidmet, die 1938/39 in Deutschland, Österreich, der Tschechoslowakei und in Polen, zehn tausend Kindern – hauptsächlich jüdischen – halfen, der Tötungsmaschinerie des Nazi Regimes zu entkommen und auf diese weise zu überleben. Dies war die hervorragende Rettungsaktion „Kindertransport“. Diese Menschen riskierten dabei ihr Leben!
Der 1. Kindertransport ging am 10. Dezember 1938 von Wien Westbahnhof nach London, der letzte am 22. August 1939.23 gerahmte Iris Drucke, mit Texten auf das Glas graviert

Jeder von den 23 Drucken in dieser Ausstellung zeigt ein Köfferchen mit den verschiedenen Besitztümern dieser Kinder. Jedes Kind durfte nur einen Koffer mitnehmen. Der Inhalt war streng vorgeschrieben – es durften keine Schmuck- oder Wertgegenstände, kein Geld, Musikinstrumente oder Kameras dabei sein.
Meist fuhren die Züge mitten in der Nacht ab, nur kurz davor erfuhren die Eltern den Termin und es gab keine Zeit für lange Verabschiedungen. Diese Gegenstände waren oft die letzte Erinnerung, die, die Kinder mit ihren Eltern verband. Mehr als zwei Drittel der geretteten Kinder haben ihre Eltern nie wieder gesehen.

Diese ganz persönlichen Schätze, die den Kindern zu diesem beängstigenden Zeitpunkt in ihrer Geschichte zurückgeblieben waren, sind von Bedeutung – nicht nur im Zusammenhang mit einer speziellen religiösen Kultur, sondern auch als ein wichtiger Teil ihres individuellen Erbes im Rahmen geographischer und kultureller Einflüsse. Die Objekte zeigen sich als kollektive Erinnerung einer ganzen Gruppe.
Die ins Glas eingravierten Zitate sind die heutigen Schriftzüge des jeweiligen überlebenden „Kindes“. Sie stammen aus Briefen, persönlichen Niederschriften, aus Telefongesprächen und sind Anmerkungen der „Kinder“ bei den diversen Treffen mit den Kuratorinnen Rosie Potter und Patricia Ayre. Der Text ist willkürlich über und um die Objekte gesetzt.
Das Museum zur Erinnerung „Für das Kind“ in Wien ist weltweit das Einzige in seiner Art mit dem Fokus auf den Kindertransport.

Zum Gedenken daran steht eine Skulptur in der Liverpool Street Station in London ebendort wo die Transporte mit den Kindern ankamen, in Prag am Bahnhof und in Wien am Westbahnhof von wo die Transporte wegfuhren. Das Mädchen Naomi, das zu dieser Serie von der Künstlerin Flor Kent gestalteten Skulpturen gehört, wie der Bub am Koffer sitzend am Westbahnhof, ist der Mittelpunkt im Hof des Hauses der Radetzkystraße.

Das Haus hat auch eine historische Geschichte zu diesem Thema. Hier haben 380 Jüdinnen und Juden im Massenquartier gewohnt, bevor sie ins Vernichtungslager deportiert wurden. Ein Stein der Erinnerung vor dem Haus erinnert daran.

 

Nachstehend finden Sie die Galerie der Bilder zur Eröffnung am 10.12.2014 und zum 1. Geburtstag am 10.12.2015

Bilder der Eröffnung am 10.12.2014

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Bilder zum Besuch von Alisa Tennenbaum, zum 1.Geburtstag des Museums “für das Kind”

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